Cinema Paradiso

Das Kino ist in seinen vielfältigen Formen seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Begleiter. Jeder kennt heute die ganz modernen Paläste. Doch es gab eine andere Zeit, als die Kinowelt noch eine andere war. Da gab es in den einzelnen Bezirken kleinere Kinos. Im Berliner Bezirk Tiergarten befand sich das Maxim, dessen Betrieb in der Zeit von 1956 bis 1974 erfolgte. Es bot 850 Zuschauern Platz und zeichnete sich durch eine CinemaScope-Leinwand aus. Dort, wo sich heute ein Supermarkt befindet, lockte einst eine für den damaligen Zeitpunkt moderne Kassenhalle Zuschauer an. Dies geschah durch buntfarbene und hinterleuchtete Plexisglashalbkugeln. In diese alte Kinowelt führt der Film Cinema Paradiso zurück.

Die Kindheit ist eine unbeschwerte Zeit. So möchte jedenfalls mancher meinen. Und doch verläuft diese Zeit nicht immer so einfach. Diese Erfahrung musste auch Filmregisseur Salvatore machen. Er ist als Kind in dem Fischerdorf Giancaldo auf Sizilien zu Hause. Alles beginnt jedoch in Rom in den 80er Jahren. Salvatore ist inzwischen als Regisseur international erfolgreich. Jetzt kehrt er nach Hause zurück, wo ihn keine guten Nachrichten erwarten. Dort trifft er auf seine jüngere Freundin, die ihm vom alten Filmvorführer Alfredo erzählt. Seine Mutter hat seiner Freundin mitgeteilt, dass dieser nicht mehr lebt, so dass er nach Sizilien fährt, um Abschied zu nehmen. Nachdem er auf Sizilien angekommen ist, beginnt für ihn auch eine Reise in seine eigene Vergangenheit. So wird er in die Zeit der 40er Jahre zurückgeführt, als er noch ein Kind war. Schon damals kannte er Alfredo. Jedoch hat dieser später sein Augenlicht verloren. Mit dem kleinen Salvatore hatte Alfredo einen guten Helfer an seiner Seite. Es war genau der Moment, an dem er nicht nur die Arbeit im Vorführraum schätzen lernte. Auch die Filmwelt selber fängt ihn ein. Eines Tages jedoch verlässt er das Dorf, was auch in dem Drängen von Alfredo begründet ist. Dieser hat erkannt, dass Salvatore ein sehr hohes Potential in sich trägt, jedoch auf Sizilien wenig Chancen haben wird.

Zunächst fällt bei mir dem Film der Soundtrack auf, der sehr eingängig ist. Er lässt sich sehr angenehm wahrnehmen und hat eine gewisse beruhigende Note. Es ist genau die Melodie, die man für einen Film erwartet, der sich um die Filmwelt dreht. Doch teilweise berührend ist auch die Handlung, weil sie sich ebenfalls durch die Musik auszeichnet und somit dem Film Wärme verleiht.  Ist ja schlichtweg auch nicht verwunderlich, da schließlich Ennio Morricone und Andrea Morricone für den Soundtrack zuständig sind. Die Emotionen wechseln sich dabei zwischen heiter, melancholisch und verträumt ab. Damit entwickelt der Film eine eigene Kraft, die ihn unwiderstehlich macht. Eine absolute Empfehlung zum Anschauen. (Marina Teuscher – 07.10.2015)

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